Wirtschaften nach dem Facebook-Prinzip

Bis das Projekt wirklich dabei helfen kann, Leben zu retten, wird noch einige Zeit vergehen. Aber die Partner der IT-Infrastrukturlösung Cloud4Health sind optimistisch. Seit einem Jahr arbeiten sie an einem Weg, medizinische Daten aus Krankenhäusern zentral und anonymisiert zusammenzufassen – und sie dann wiederum allen Beteiligten aufbereitet zur Verfügung zu stellen.

Die Datenbank soll es Ärzten ermöglichen, bei unbekannten Symptomen eines Patienten nach vergleichbaren Fällen zu suchen. „Manche Krankheiten kennt kaum ein Arzt, weil er sie in seinem Berufsleben allerhöchstens einmal sieht“, sagt Philipp Daumke, Geschäftsführer des Softwarespezialisten Averbis, dem Konsortialführer des Projekts.

Aufmerksam verfolgen Krankenkassen und die Pharmaindustrie das Projekt. Denn die Methode könnte dabei helfen, auch solche Nebenwirkungen von Medikamenten zu erkennen, die in klinischen Studien wegen zu geringer Fallzahlen untergehen.  Bei Standardbehandlungen wie dem Einsetzen von Hüftprothesen ließe sich nachverfolgen, welche Methode sich in der Masse bewährt.

Der Medizinsektor als Testfeld für die Gesamtwirtschaft: Aus dem Teilen von Daten entsteht Mehrwert – dieser Formel folgen die Cebit-Macher in diesem Jahr mit dem Leitthema „Shareconomy“. Ein Trend, der seine Wurzeln im Privatleben hat, wo der Austausch von Erlebnissen bei Facebook oder Twitter längst Alltag ist. Read more

Die neue Macht des Kunden

Der erste Tag gehört nur den Kunden: Wer im Forum des schweizerischen Telekommunikationsunternehmens Swisscom eine Frage stellt, ein Problem schildert oder nach Erfahrungsberichten fragt, den überlassen die Verantwortlichen erst einmal der Community. Nur, wenn nach 24 Stunden immer noch keiner der anderen Nutzer auf das Anliegen reagiert hat, wird einer der vier Community-Manager aktiv.

Allzu oft kommt das nicht vor – die Swisscom Care-Community profitiert vom hohen Einsatz einiger Nutzer, die sich begeistert mit Technik und Dienstleistungen des Unternehmens auseinandersetzen. Rund um die Uhr wären zwei bis drei zusätzliche Mitarbeiter nötig, um man alle Probleme selbst zu beantworten, sagt Markus Eberhard, Head of Online bei Swisscom Schweiz: „Wir können uns nicht mehr vorstellen, die Online-Hilfe ohne unsere Support-Community anzubieten.“

Der einzelne Kunde, vernetzt über Foren, Testportale, Facebook-Fanseiten und Twitter-Kanäle, hat bedeutend an Macht gewonnen. Und seit einiger Zeit weiß er das auch. Read more