Blockchain: Kalkulierte Kettenreaktion

Es ist ein einfacher Weg zu einer neuen Einnahmequelle: Wer eine eigene Ladestation für E-Autos vor dem Haus stehen hat, kann nun auch Fremde Strom zapfen lassen – zu einem selbst festgelegten Tarif. Dafür will nun die RWE-Tochter Innogy mit ihrer Vermittlungsplattform „Share & Charge“ sorgen.  Aktuell basiere das Konzept noch auf dem Vertrauen zwischen Ladestationsbetreiber und Nutzer. Künftig solle aber die Technologie Blockchain dafür sorgen, dass Stromzapfen und Bezahlen zwischen Unbekannten simpel und sicher abläuft.

Teilen wird simpler Die Blockchain, auf die der Versorger setzt, steht auch hinter der Digitalwährung Bitcoin. Das Prinzip ist revolutionär: Read more

3D-Druck: Fertigung in Eigenregie

Hier ein Mantelhaken im Intercity, dort ein Klemmenkasten unter dem Motorblock einer Lokomotive: Stück für Stück fahren in den Zügen der Deutschen Bahn Teile mit, die als Einzelanfertigung im sogenannten 3D-Druck entstanden sind. Seit vergangenem November beschäftigt sich der Konzern mit dem Verfahren – und hat es schon bei 200 verschiedenen Werkstücken genutzt. „Unser Ziel ist es aktuell vor allem, Ersatzteile zu drucken, an die wir sonst kaum rankommen“, sagt Stefanie Brickwede, die das Netzwerk 3D-Druck innerhalb des Konzerns koordiniert.

Das Engagement der Bahn unterstreicht: Additive Fertigungsverfahren kommen in der Praxis an. Lange Zeit wurden diese Methoden überwiegend für detailgetreue Prototypen eingesetzt. Jetzt bewährt sich der 3D-Druck auch im Rapid Manufacturing, also der schnellen Produktion von Teilen. „Es gibt ein enormes Interesse an dieser neuen Art zu fertigen“, sagt Stephan Kühr, Geschäftsführer der 3D-Druck-Plattform 3yourmind.

Mittelfristig könnten sich dadurch ganze Wertschöpfungsketten verändern – wenn etwa Ersatzteile nicht mehr vorproduziert werden, sondern bei Bedarf buchstäblich per Knopfdruck vor Ort entstehen. Read more

Consulting im Wandel: Praxis statt Powerpoint

Hier auf dem Aachener RWTH-Campus surren die Maschinen und Funken fliegen, wenn die Roboter millimetergenau ihre Schweißpunkte ansteuern. Dazwischen laufen Anzugträger mit klobigen Virtual-Reality-Brillen vor den Augen und blicken in eine Fabrik der Zukunft, die schon bald ihre eigene sein könnte.

Was in dieser Halle hergestellt wird? Im Grunde nichts. Das in der vergangenen Woche eingeweihte „Innovation Center for Operations“ (ICO) ist eine reine Demofabrik. Das Produkt ist gleichwohl wertvoll: Erkenntnisgewinn. Der Hersteller: die Boston Consulting Group (BCG). In Kooperation mit Forschungseinrichtungen bieten die Berater ihren Klienten in deutschlandweit drei Modellfabriken an, in die neue, digitalisierte Fertigung einzutauchen.

Das ICO ist ein großer Experimentierkasten zum Hereinspazieren. „Um als Berater die passenden Strategien für Industrie 4.0 zu entwickeln, reichen theoretische Gedankenspiele und Präsentationen allein nicht mehr aus“, sagt Daniel Küpper, Partner bei BCG und Leiter des ICO. In Workshops analysieren die Berater mit den Unternehmen die Chancen neuer Technologien und testen Werkzeuge für die jeweiligen Prozesse.

Probieren, staunen, lernen – wer heute Consultingdienste bucht, kann gewiss sein: Das Kundenerlebnis wird ein besseres sein als noch vor fünf Jahren. Read more

Fusion zweier IT-Konzerne: Noch mehr Dell am Markt

Fusion zweier IT-Konzerne: Noch mehr Dell am Markt

Vor 32 Jahren gründete Michael Dell sein Unternehmen. Zum Jahrestag der Gründung in der vergangenen Woche machte er sich selbst ein großes Geschenk: Das neue Unternehmen, das aus der Fusion von Dell und dem amerikanischen IT-Konzern EMC entstehen wird, soll seinen Namen tragen – und zukünftig Dell Technologies heißen. Das verkündete der 51-Jährige auf der Hausmesse von EMC, zu der mehr als 10 000 Kunden, Partner und Analysten in Las Vegas zusammenkamen. Michael Dell selbst wird das neue Unternehmen als Chairman leiten.

Die Übernahme von EMC lässt sich Dell insgesamt 67 Milliarden US-Dollar kosten. Aktuell beschäftigen die beiden Firmen etwa 170 000 Mitarbeitern weltweit. Wie viele Stellen nach dem Zusammenschluss abgebaut werden, sei noch nicht klar, hieß es von den Integrationschefs der beiden Konzerne. Die größten Synergiepotenziale habe man bei Einkauf und Logistik festgestellt, die Auswirkungen auf das Personal sollen gering bleiben. Read more

Drohnen: Flinke Helfer im Anflug

Bei einem seiner Aufträge musste Lars Kustner früher genau auf das Wetter achten: Nur wenn es gefroren hatte, konnte der Vermessungsingenieur ein sumpfiges Deponiegelände in Franken betreten, um dort Veränderungen festzustellen. Mittlerweile macht es sich Kustner leicht: Er lässt kurz seinen Quadrocopter samt hochauflösender Kamera über der Fläche aufschweben. So sammelt er in weniger als zwei Stunden die nötigen Bilder – früher ging dafür mindestens ein halber Arbeitstag drauf.

Ein kleines Beispiel für eine große Entwicklung: Das Marktforschungsinstitut Abi Research schätzt den weltweiten Markt für unbemannte Luftfahrzeuge, häufig als Drohnen bekannt, auf mehr als acht Milliarden US-Dollar bis 2018. Den mit Abstand größten Umsatz machen die neuen Fluggeräte laut Abi im Unternehmenseinsatz. In Deutschland tasten sich Firmen erst vorsichtig in den Luftraum. Read more

Plattform-Ökonomie: Die Macht der Wolke

Vom Bauernhof bis zum Maschinenbau, von der Hauselektronik bis zum Auto: In kaum einer Branche wird dieser Tage nicht über die digitale Vernetzung diskutiert. Unternehmen versprechen sich neue Geschäftsmodelle – ermöglicht durch die Analyse von Daten. Wo heute eine Heizung verkauft wird, könnte es in Zukunft die Garantie auf ein warmes Haus sein. Wann Wartungen nötig sind und wie die Anlagen geregelt werden, bestimmen Algorithmen.

Von einer ganzen „Smart Service Welt“ spricht schon ein gleichnamiger Arbeitskreis, dem 140 Unternehmen, Verbände und Forschungseinrichtungen angehören. Kennzeichnend für solche intelligente Dienstleistungen, so heißt es in einem Projektbericht der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (Acatech), seien nutzerzentrierte Dienste, die an vernetzte Gegenstände und Maschinen anknüpfen.

Für die technische Infrastruktur prädestiniert ist die Cloud: Rechenleistung und Speicherplatz können flexibel genutzt werden – das ermöglicht den Anbietern ein Herantasten an die neuen Dienstleistungen. Read more

Consulting: Neue Produkte im Portfolio

Ein Koffer, ein dreidimensionales Spielbrett, funkelnde Bewertungssteine, ein Tablet und ein kleiner Drucker – es ist ein ungewöhnliches Paket, das die Beratungsagentur Gute Botschafter seit einiger Zeit vertreibt. Als Projektmanagementtool soll es helfen, dass Teams über Hierarchiegrenzen hinweg schnell und spielerisch Entscheidungen treffen. In jeder Runde werden Thesen nach Umsetzbarkeit und Zustimmung bewertet, das Ergebnis wird digital berechnet und direkt ausgedruckt.

Entwickelt hatte die Agentur das Bewertungswerkzeug für den eigenen Bedarf, mittlerweile wird es auch an Strategieberater lizenziert. „Es hat einen Nerv getroffen“, sagt Jan Oßenbrink, der sich als Geschäftsleitungsmitglied um den neu geschaffenen Produktbereich mit fünf Beschäftigten kümmert. „Nüchterne Analysen erzeugen bei den Menschen oft keine Bewegung mehr“, sagt er. Dabei sei Bewegung entscheidend für mehr Erfolg.

Als Spezialist für die Positionierung von Marken hat Gute Botschafter mit dem „Eigenland“ getauften Tool ein neues Geschäftsfeld erobert. Damit folgen die Consultants aus Haltern am See einem Trend: Neben dem Kerngeschäft erweitern auch Strategieberater ihr Portfolio. Das Vorgehen dabei ist ganz individuell: Es reicht von zusätzlichen Angeboten unter der Dachmarke, die das Beratungspaket ergänzen, bis hin zu neuen Produkten, die ganz eigenständig beworben und vertrieben werden. Read more

Industrie 4.0: Aufbruch in eine neue Welt

Die Zukunft kommt in kleinen Schritten. Mal blitzt sie zum Beispiel in Esslingen auf, einer Kleinstadt am Neckar. Mal im oberbayrischen Amberg. Und ab und zu auch in Berlin – in den kommenden Jahren vielleicht sogar immer häufiger. Überall im Land haben sich Unternehmen und Forschungsinstitute auf einen Weg gemacht, dessen Ziel sie bislang nicht endgültig kennen. Die Hoffnungen aber sind groß: Das Schlagwort Industrie 4.0 elektrisiert die Branche und stellt gewohnte Konzepte auf den Prüfstand: Maschinen werden zukünftig selbständig miteinander kommunizieren, am Fließband entsteht individualisierte Ware, Wertschöpfungsketten verwandeln sich in Wertschöpfungsnetze. Dahinter steckt die immer stärkere Kopplung von Unternehmen, Maschinen und Menschen – eine Entwicklung, in der einige Beobachter bereits nach Mechanisierung, Elektrifizierung und Digitalisierung die nächste industrielle Revolution zu erkennen meinen. Read more