Wie Maschinen sprechen lernen

Die richtige Temperatur für den Maschinenpark? Der Automatisierungsspezialist Weidmüller ermittelt sie in der Datenwolke. Schon heute senden Maschinenmodule an einem Standort ihre Betriebsdaten an eine zentrale Steuerungseinheit. Das schafft Klarheit über den Stromverbrauch, ist aber nur ein erster Schritt: Bald könnten auch aktuelle Energiepreise eingespeist werden. Die Maschinen würden dann zum kostengünstigsten Zeitpunkt laufen – wenn es der Produktionsplan erlaubt. „So können wir Prozesse optimieren und die Energieeffizienz steigern“, sagt Jan Stefan Michels, Leiter der Technologieentwicklung bei Weidmüller.

Die Vernetzung der Industrie, innerbetrieblich und darüber hinaus, schreitet voran. Die Digitalisierung erreicht den Maschinen- und Anlagenbau. Voraussetzung dafür ist ein reibungsloser Datenaustausch auf breiter Fläche. „Es geht darum, die Cloud vom Top Floor in den Shop Floor zu bringen“, sagt Horst Reichardt, Vorstandsvorsitzender der Beratungsgesellschaft Freudenberg IT. Die Datenwolke soll künftig nicht nur auf der Managementebene zum Einsatz kommen, sondern auch im Maschinenraum. Read more

Community Cloud: Guter Draht zur Konkurrenz

Die Autobranche hat sich ihr eigenes virtuelles Biotop geschaffen. Der Name: ENX. Selbst erbitterte Konkurrenten ziehen hier an einem Strang. Im Branchennetzwerk ENX, das mittlerweile in die Cloud ausgelagert ist, haben sich 1 500 Unternehmen aus 40 Ländern kommunikativ miteinander verbunden. In der geschützten Umgebung arbeiten Autobauer und Zulieferer gemeinsam an Entwicklungen: Sie schicken Verträge, CAD-Dateien und gar Produktionssteuerungscodes durch das Netz.

Berechtigungen werden per Mausklick erteilt – und auch wieder entzogen.  „Sobald es mehr als einen Partner gibt, ist der Austausch anders kaum noch wirtschaftlich darstellbar“, sagt Lennart Oly, Geschäftsführer der Trägervereinigung ENX Association.

Eine eigene Cloud-Lösung, abgestimmt auf die speziellen Bedürfnisse einer Branche: In sogenannten Community-Clouds wollen Unternehmen und IT-Dienstleister möglichst viele Vorteile des Cloud-Computings bündeln, ohne auf allgemeine Angebote zurückzugreifen. Read more

Wirtschaften nach dem Facebook-Prinzip

Bis das Projekt wirklich dabei helfen kann, Leben zu retten, wird noch einige Zeit vergehen. Aber die Partner der IT-Infrastrukturlösung Cloud4Health sind optimistisch. Seit einem Jahr arbeiten sie an einem Weg, medizinische Daten aus Krankenhäusern zentral und anonymisiert zusammenzufassen – und sie dann wiederum allen Beteiligten aufbereitet zur Verfügung zu stellen.

Die Datenbank soll es Ärzten ermöglichen, bei unbekannten Symptomen eines Patienten nach vergleichbaren Fällen zu suchen. „Manche Krankheiten kennt kaum ein Arzt, weil er sie in seinem Berufsleben allerhöchstens einmal sieht“, sagt Philipp Daumke, Geschäftsführer des Softwarespezialisten Averbis, dem Konsortialführer des Projekts.

Aufmerksam verfolgen Krankenkassen und die Pharmaindustrie das Projekt. Denn die Methode könnte dabei helfen, auch solche Nebenwirkungen von Medikamenten zu erkennen, die in klinischen Studien wegen zu geringer Fallzahlen untergehen.  Bei Standardbehandlungen wie dem Einsetzen von Hüftprothesen ließe sich nachverfolgen, welche Methode sich in der Masse bewährt.

Der Medizinsektor als Testfeld für die Gesamtwirtschaft: Aus dem Teilen von Daten entsteht Mehrwert – dieser Formel folgen die Cebit-Macher in diesem Jahr mit dem Leitthema „Shareconomy“. Ein Trend, der seine Wurzeln im Privatleben hat, wo der Austausch von Erlebnissen bei Facebook oder Twitter längst Alltag ist. Read more