Consulting im Wandel: Praxis statt Powerpoint

Hier auf dem Aachener RWTH-Campus surren die Maschinen und Funken fliegen, wenn die Roboter millimetergenau ihre Schweißpunkte ansteuern. Dazwischen laufen Anzugträger mit klobigen Virtual-Reality-Brillen vor den Augen und blicken in eine Fabrik der Zukunft, die schon bald ihre eigene sein könnte.

Was in dieser Halle hergestellt wird? Im Grunde nichts. Das in der vergangenen Woche eingeweihte „Innovation Center for Operations“ (ICO) ist eine reine Demofabrik. Das Produkt ist gleichwohl wertvoll: Erkenntnisgewinn. Der Hersteller: die Boston Consulting Group (BCG). In Kooperation mit Forschungseinrichtungen bieten die Berater ihren Klienten in deutschlandweit drei Modellfabriken an, in die neue, digitalisierte Fertigung einzutauchen.

Das ICO ist ein großer Experimentierkasten zum Hereinspazieren. „Um als Berater die passenden Strategien für Industrie 4.0 zu entwickeln, reichen theoretische Gedankenspiele und Präsentationen allein nicht mehr aus“, sagt Daniel Küpper, Partner bei BCG und Leiter des ICO. In Workshops analysieren die Berater mit den Unternehmen die Chancen neuer Technologien und testen Werkzeuge für die jeweiligen Prozesse.

Probieren, staunen, lernen – wer heute Consultingdienste bucht, kann gewiss sein: Das Kundenerlebnis wird ein besseres sein als noch vor fünf Jahren. Read more

Fusion zweier IT-Konzerne: Noch mehr Dell am Markt

Fusion zweier IT-Konzerne: Noch mehr Dell am Markt

Vor 32 Jahren gründete Michael Dell sein Unternehmen. Zum Jahrestag der Gründung in der vergangenen Woche machte er sich selbst ein großes Geschenk: Das neue Unternehmen, das aus der Fusion von Dell und dem amerikanischen IT-Konzern EMC entstehen wird, soll seinen Namen tragen – und zukünftig Dell Technologies heißen. Das verkündete der 51-Jährige auf der Hausmesse von EMC, zu der mehr als 10 000 Kunden, Partner und Analysten in Las Vegas zusammenkamen. Michael Dell selbst wird das neue Unternehmen als Chairman leiten.

Die Übernahme von EMC lässt sich Dell insgesamt 67 Milliarden US-Dollar kosten. Aktuell beschäftigen die beiden Firmen etwa 170 000 Mitarbeitern weltweit. Wie viele Stellen nach dem Zusammenschluss abgebaut werden, sei noch nicht klar, hieß es von den Integrationschefs der beiden Konzerne. Die größten Synergiepotenziale habe man bei Einkauf und Logistik festgestellt, die Auswirkungen auf das Personal sollen gering bleiben. Read more

Antonio Krüger: „Die Industrie hat Nachholbedarf“

Geht es um komplexe Analyseverfahren, stößt man immer wieder auf Beispiele aus dem Handel – von Amazon bis Otto. Professor Antonio Krüger leitet das Innovative Retail Laboratory am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI). Die Methoden seien für Handel und Industrie gleichermaßen geeignet, Krüger sieht aber entscheidende Hemmnisse.

Herr Krüger, überall wird über das Potenzial von Datenanalysen gesprochen. Wieso ist der Handel da anscheinend in vielen Punkten weiter?

Antonio Krüger: Onlinehändler sind mit fortgeschrittenen Analyseverfahren groß geworden und treiben das Thema voran. In einem Geschäft mit knappen Margen hat das auf traditionelle Handelsunternehmen ausgestrahlt. Das produzierende Gewerbe hat sicher etwas Nachholbedarf.

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Künstliche Intelligenz: Neue Antworten durch Algorithmen

Alle Daten im System – und immer nur die wichtigen im Blick: Die Beratung Deloitte bastelt gerade an solchen Projekten für die Autoindustrie. Im „Quality Dashboard“ soll das Management stets genau sehen können, welche Prozesse im weitverzweigten Produktionsnetzwerk funktionieren – und an welchen Standorten, bei welchen Baugruppen oder Modellen es gerade hakt oder auch bald haken könnte.

In einer Vorführversion ergeben die Unmengen von Daten am Ende klare grafische Signale für das Management. Unter der Oberfläche sind aufwendige Analyseverfahren nötig. „Es wird bald gelingen, die Daten aus der Produktion mit Qualitätskennziffern zu versehen“, sagt Frank Siemes, Partner Strategy & Operations bei Deloitte. „Für die Hersteller wäre das ein großer Gewinn.“ Ein erstes Projekt mit einem Autokonzern läuft derzeit – die Lösung soll im Laufe des Jahres einsatzbereit sein.

Gesprochen wird oft über die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten, die sich durch die immer bessere Auswertung von Daten in vernetzten Unternehmen ergeben.  Beim Einsatz aber zögern viele Firmen: Nach einer Erhebung des Beratungs- und Marktforschungsunternehmens BARC nutzen im Moment nur fünf Prozent der Firmen fortgeschrittene Analysetechniken. 94 Prozent der befragten Unternehmen sind hingegen überzeugt, dass dies in Zukunft erfolgskritisch sein wird. „Der Mensch trifft nicht immer die besten Entscheidungen“, sagt Michael Feindt, Gründer des Softwarespezialisten Blue Yonder. „Datengetriebene Algorithmen kommen in vielen Fällen zu deutlich besseren Ergebnissen.“ Read more

Drohnen: Flinke Helfer im Anflug

Bei einem seiner Aufträge musste Lars Kustner früher genau auf das Wetter achten: Nur wenn es gefroren hatte, konnte der Vermessungsingenieur ein sumpfiges Deponiegelände in Franken betreten, um dort Veränderungen festzustellen. Mittlerweile macht es sich Kustner leicht: Er lässt kurz seinen Quadrocopter samt hochauflösender Kamera über der Fläche aufschweben. So sammelt er in weniger als zwei Stunden die nötigen Bilder – früher ging dafür mindestens ein halber Arbeitstag drauf.

Ein kleines Beispiel für eine große Entwicklung: Das Marktforschungsinstitut Abi Research schätzt den weltweiten Markt für unbemannte Luftfahrzeuge, häufig als Drohnen bekannt, auf mehr als acht Milliarden US-Dollar bis 2018. Den mit Abstand größten Umsatz machen die neuen Fluggeräte laut Abi im Unternehmenseinsatz. In Deutschland tasten sich Firmen erst vorsichtig in den Luftraum. Read more

Plattform-Ökonomie: Die Macht der Wolke

Vom Bauernhof bis zum Maschinenbau, von der Hauselektronik bis zum Auto: In kaum einer Branche wird dieser Tage nicht über die digitale Vernetzung diskutiert. Unternehmen versprechen sich neue Geschäftsmodelle – ermöglicht durch die Analyse von Daten. Wo heute eine Heizung verkauft wird, könnte es in Zukunft die Garantie auf ein warmes Haus sein. Wann Wartungen nötig sind und wie die Anlagen geregelt werden, bestimmen Algorithmen.

Von einer ganzen „Smart Service Welt“ spricht schon ein gleichnamiger Arbeitskreis, dem 140 Unternehmen, Verbände und Forschungseinrichtungen angehören. Kennzeichnend für solche intelligente Dienstleistungen, so heißt es in einem Projektbericht der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (Acatech), seien nutzerzentrierte Dienste, die an vernetzte Gegenstände und Maschinen anknüpfen.

Für die technische Infrastruktur prädestiniert ist die Cloud: Rechenleistung und Speicherplatz können flexibel genutzt werden – das ermöglicht den Anbietern ein Herantasten an die neuen Dienstleistungen. Read more

IT-Sicherheit: Schutz über alle Schnittstellen

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Je mehr Möglichkeiten, desto mehr Risiken: Jedes neu angeschlossene Gerät, jede neu vernetzte Maschine in einer Produktion kann mehr Daten für den Unternehmenserfolg bringen. Gleichzeitig öffnet sich mit jeder neuen IP-Adresse im Firmennetzwerk ein neuer potenzieller Zugang für Angriffe von außen. „Die Vielfalt der Gefahren entspricht der Vielzahl von Geräten“, hielten die Experten von Symnatech, einem Anbieter von Sicherheits-Software, in einem Report fest. Den Schutz von Schnitt-stellen im Außen- und Innenverhältnis bezeichnen die Verbände Bitkom, VDMA und ZVEI unisono als eine der zentralen Herausforderungen für weitere Fortschritte im Projekt Industrie 4.0. Read more

German Industry 2015/2016: Challenge of getting connected

German Industry 2015/2016: Challenge of getting connected

Looking at the current numbers and statistics, many companies are still on a good run. Nevertheless, conflicts and difficulties arising in the global context have an increasing impact on the performance of the export-oriented industry – both corporations and the small and medium enterprises, well known as the backbone of the German economy. In addition to that, Germany itself will face some important changes in the near future, as the Volkswagen scandal brought the spotlight on some underlying problems in German industry.

Looking at the internal organisation of German Industry, one topic in 2015 stands out: After a few years of a cautious approach and some early-bird pilots, “Industrie 4.0” has made it to the main stage. This label is the German idea of dealing with an increasingly digitally connected production line, known both in and outside the factory as the “Internet of Things”. After three industrial revolutions, the next step might include features like a production line where every machine is connected to each other and highly individualised products from still highly efficient industrial production. Read more

Chief Digital Officer: Nichts für schwache Nerven

Von der Fertigung über die Logistik bis hin zum Vertrieb: Sekündlich entstehen bei Schaeffler Millionen neuer Datenhäppchen. Für die Verknüpfung und Auswertung all dieser Informationen suchte der Automobilzulieferer einen Vordenker – im Oktober wechselte der vorherige IBM-Manager Gerhard Baum zum Konzern aus Herzogenaurach. Als Chief Digital Officer (CDO) ist er nun zuständig für die gesamte digitale Agenda.

Immer öfter tauchen solche oder ähnliche Funktionen nicht nur bei IT-Unternehmen, sondern auch in Firmen anderer Branchen auf. Es ist ein leitender Posten mit hohen Anforderungen: „Sie brauchen ein technisches und ein kommerzielles Verständnis, ein unternehmerisches Gespür und die Talente eines Change-Managers“, sagt Wiebke Köhler von der Personalberatung Heidrick & Struggles. Read more

Backup-Strategien: Einsatz für die Datenretter

Backup-Strategien: Einsatz für die Datenretter

Der Anrufer klang panisch: Über Nacht habe ein Virus den gesamten Datenbestand seiner Firma infiziert. Thomas Liechti, CEO des Schweizer Rechenzentrumsbetreibers Mount 10, beruhigte den alarmierten Kunden: Mit wenigen Handgriffen konnten Liechtis Mitarbeiter eine nicht befallene Version aller Daten von ihren Servern auf die Rechner des Kunden überspielen – dank regelmäßiger Sicherung.

Szenarien wie dieses sind keine Seltenheit. Ob physische Angriffe, menschliche Fehler oder Hackerattacken: Die Gefahr von Datenverlusten steigt. Ist dann kein Back-up vorhanden, können die Vorfälle mitunter existenzbedrohende Ausmaße erreichen. „Mit der Digitalisierung steigt in vielen Unternehmen die Produktivität, aber die Abhängigkeit von ständig verfügbaren Daten steigt ebenfalls“, sagt Peter Ruchatz, Marketingchef der Softwarefirma Veeam, auf deren Technik auch Anbieter Mount 10 in seinem Rechenzentrum setzt.

Lösungen für die Sicherung und Wiederherstellung von Unternehmensdaten gibt es es zuhauf. Experten raten, die Auswahl des Anbieters sorgsam vorzubereiten.  „Bevor ich irgendetwas mache, brauche ich für mein Unternehmen eine klar definierte Strategie“, sagt Wolfgang Heinhaus von der IT-Beratung Experton Group.

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